Praxis für Krankengymnastik, Doris KurtenbachPraxis für Krankengymnastik
Doris Kurtenbach
therapeuten

Praxis für Krankengymnastik
Doris Kurtenbach


Olpener Str. 492
51109 Köln

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Gesundheitsnachrichten

Wenn die Hexe zugeschlagen hat

Wärme hilft bei akuten Lendenwirbelsäulenschmerzen

Eine unglückliche Bewegung, eine nicht angemessene Anspannung der Muskulatur – und schon schießt die Hexe in den Rücken. Bei einem Hexenschuss blockiert ein Gelenk in der Lendenwirbelsäule. In der Folge verspannt sich schlagartig die umliegende Muskulatur, um den Bereich möglichst ruhig zu stellen. Viele Betroffene wissen sich im ersten Moment kaum zu helfen. Der unerwartete Schmerz zwingt sie in eine Schonhaltung.

Meist führt dies zu einem Arzttermin. Nach erfolgter ärztlicher Kontrolle liefert die Physiotherapie dann einen wertvollen Beitrag im Heilungsprozess und der Prävention. Therapeuten können zunächst die Gelenkblockierung durch Manuelle Therapie lösen. „Außerdem erfahren die Patienten häufig eine deutliche Schmerzlinderung durch Entspannung der betroffenen Muskulatur. Hierbei stellt die Wärmetherapie eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Physiotherapie dar“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK). Besonders eine heiße Rolle mit feuchten Tüchern eigne sich. „Die Wärme dringt durch die Feuchtigkeit besser in die tiefe Muskulatur vor“, erläutert Repschläger. Der Arzt kann die Wärmetherapie auf der Heilmittelverordnung mit allgemeiner Krankengymnastik (KG) oder Manueller Therapie (MT) kombinieren. Dann wird einerseits aktiv auf einen ökonomischen Bewegungsablauf hingearbeitet und andererseits die verspannte Muskulatur bearbeitet. Bekräftigt wird dies in der „Nationalen Versorgungsleitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz“, in der sich Fachleute für eine physiotherapeutisch angeleitete Bewegungstherapie bei akuten Kreuzschmerzen aussprechen, die sinnvoll durch Wärmetherapie und Manuelle Therapie ergänzt werden kann.

Physiotherapeuten unterstützen die Patienten zudem dabei, dass die Hexe so schnell nicht wieder zuschlägt. Sie geben Tipps für ein häusliches Übungsprogramm, bei dem die Mobilisation des Rückens sowie Dehnübungen im Mittelpunkt stehen. Dadurch wird die Beweglichkeit erhöht. Auch Kräftigungsübungen am Gerät sowie eine Korrektur der Körperhaltung sind sinnvoll.


Sport gut bei Demenz

Bewegung unterstützt Hirnfunktionen

Körperliche Bewegung fördert die Gedächtnisleistungen und beugt einer Demenzerkrankung vor. Eine aktuelle Studie untersucht, welcher Mechanismus dem positiven Effekt auf die kognitive Leistung möglicherweise zu Grunde liegt.
Bewegung hilft Gedächtnis auf die Sprünge

Etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Demenz, meist als Folge einer Alzheimererkrankung. In der Altersgruppe zwischen 56 und 70 Jahren sind 1 bis 5 Prozent der Menschen an Alzheimer erkrankt. Die Häufigkeit der Erkrankung verdoppelt sich in 5-Jahresschritten, so dass bei den 75- bis 80-Jährigen bereits bis zu 20 Prozent betroffen sind. Personen mit Demenz weisen eingeschränkte Gedächtnis- und Hirnleistungen wie Bewegungs- und Sprachstörungen auf, die ihnen einen selbstbestimmten Alltag oft unmöglich machen.

Neben dem Alter, Übergewicht, hohen Blutfettwerten und Rauchen schätzen Experten einen Mangel an Bewegung als sehr bedeutsamen Risikofaktor für Alzheimer ein. Eine mögliche Erklärung, wie Sport das Fortschreiten einer Demenz positiv beeinflussen kann, liefert ein Forscherteam um Fernanda De Felice von der Universität Rio de Janeiro. Die Wissenschaftler wiesen im Tiermodell im Bereich des Hippocampus, einem Gehirnareal mit zentraler Schaltfunktion, verminderte Mengen des Botenstoffes Irisin und seines Vorläuferproteins FNDC5 nach. Steigerten sie die Irisinkonzentration im Gehirn der Tiere, vernetzten sich deren Nervenzellen und Hirnabschnitte besser untereinander. Dieser Prozess bildet die Grundlage für Lern- und Erinnerungsvorgänge.
Muskelbewegung setzt Irisin frei
Über den Blutkreislauf und die Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) gelangt Irisin ins Gehirn, nachdem Muskelzellen es bei körperlicher Betätigung freisetzten. „Noch fehlt der Nachweis durch klinische Studien, aber der FNDC5/Irisin-Spiegel könnte ein […] Link zwischen Muskeln und Gehirn sein“, bewertet Prof. Richard Dodel, Lehrstuhlinhaber an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, die Studienergebnisse.

Auch andere Studien an älteren Teilnehmern mit und ohne kognitive Einschränkungen zeigten, dass regelmäßiges Training ihre Gedächtnisleistung und ihre Sprachkompetenz verbesserte. Dodel betont: „Diese […] Ergebnisse belegen, dass eine beginnende Demenz durch körperliche Aktivität positiv beeinflusst werden kann. Ob die Beeinflussung tatsächlich durch den FNDC5/Irisin-Mechanismus erfolgt […], lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Die positiven Effekte von Sport auf die Gedächtnisleistung sind insgesamt gut belegt, so dass wir jedem empfehlen, körperlich aktiv zu sein.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie

12.06.2019 DGA | Quelle: apotheken.de / Simone Lang


O-Beine durch intensives Fußballspielen

Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS)

Noch immer streiten Experten darüber, ob intensives Fußballspiel in der Jugend zu O-Beinen führt oder ob die Auswahl der jungen Spieler, die vermehrte Zahl an O-Beinen im Kollektiv mit sich bringt, weil diese fraglich besser dribbeln können. Dr. Florian Wolf, Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie von der Arbeitsgruppe 3D-Chirurgie der Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirugie der LMU München stellt auf dem internationalen Kongress der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin dazu eine wissenschaftliche Studie vor. Das Ergebnis: ein intensives Fußballtraining in der Jugend erhöht das Risiko für die Entwicklung von O-Beinen signifikant.

„Der Hauptgrund dafür scheint in den noch aktiven, offenen Wachstumsfugen begründet. Diese schließen sich regelhaft bei Mädchen zum 14./15. Lebensjahr, bei Jungen sogar erst zum 16. Lebensjahr. Möglicherweise entstehen durch das intensive Training bei wiederholten Mikrotraumata schädigende Effekte am Schienbeinkopf. Daraus können später Deformitäten am Schienbein resultieren“, so Wolf. Durch die O-Deformierung werden die Strukturen auf der Innenseite des Kniegelenkes stärker belastet. Dies kann mit zunehmendem Alter zu einer Kniegelenks-Arthrose und später bis zur Notwendigkeit eines künstlichen Kniegelenkes führen.

Patienten mit O-Beinen oder Schmerzen am inneren Kniegelenksspalt sollten sich einer sorgfältigen klinischen und radiologischen Untersuchung mit Analyse der Beingeometrie unterziehen. Ab einem bestimmten Grad der Abweichung, beziehungsweise der Beschwerden, ist eine Achskorrektur der Beine zu erwägen, so die Mediziner.
Wolf: „Dabei greifen wir operativ je nach Ort der Deformität am Schienbeinkopf oder Oberschenkelknochen in Kniegelenksnähe, selten auch an beiden Knochen ein. Bei der klassischen Methode wird nach Durchtrennung des Knochens mit Platten die korrekte Beinachse fixiert. Falls bei einer begleitenden Verdrehung der Knochen die Füße sehr weit nach innen oder außen stehen, die Hüften ungünstig eingestellt sind oder gar zusätzlich eine Beinlängendifferenz vorliegt, wird eine Korrektur mit Marknägeln bevorzugt“

Besonders die Umstellungs- und oder die Verlängerungs-Operationen mit Marknägeln lassen sich mit kleinsten Zugängen, sozusagen minimal-invasiv durchführen. Die Patienten gehen im Anschluss durchschnittlich vier bis sechs Wochen unter Teilbelastung an Gehstützen und können dann wieder sportlich aktiv sein.

Eine nur leichte O-Bein-Stellung, ohne anhaltende Beschwerden sollte erstmal konservativ behandelt werden. Dabei empfiehlt sich z.B. das Meiden besonderer Spitzenbelastungen, Kräftigung der Muskulatur, eine Schuhaußenranderhöhung und die Gabe entzündungshemmender Medikamente.

„Unsere Ergebnisse zum Leistungssport würden wir gerne mit Vereinen und Sport- und Trainingswissenschaftlern weiter erörtern, um gegebenenfalls die betroffenen jugendlichen SportlerInnen frühzeitig zu identifizieren und entsprechende Anpassungen des Trainings umzusetzen, so der Mediziner.

Für ihre Studie analysierte die Arbeitsgruppe 3D-Chirurgie der LMU München systematisch die vorhandene Literatur und fasste die Ergebnisse anschließend wissenschaftlich zusammen. Dabei schloss die wissenschaftliche Analyse internationale Studien mit zusammen über 1300 jungen männlichen Leistungssportlern im Fußball und vergleichbar große Kontrollgruppen ein.

Das Phänomen der O-Beine bei heranwachsenden Leistungssportlern wird im Übrigen in geringerem Ausmaß auch bei anderen high-impact Sportarten wie Tennis, Handball und Volleyball beschreiben. Auch hier werden als Ursache die häufigen, schnellen Richtungswechsel vermutet.
Die Forscher betonen ausdrücklich, dass die Ergebnisse nicht auf den Breitensport zu übertragen sind – im Gegenteil: Der Breitensport ist wichtig und förderlich für die Entwicklung der Heranwachsenden!